Schon früh hatte ich Spaß und Freude beim Kochen. Standen Festlichkeiten oder Partys an, war meistens ich diejenige, die das Buffet zubereitete. Doch die wahre Liebe zur Kochkunst nahm seinen Anfang 2012 als ich die Entscheidung traf mich Vegan zu ernähren.

Der Auslöser für diese Entscheidung war der Besuch auf dem veganen Sommerfest am Alexanderplatz in Berlin. Auf einer riesigen Leinwand wurden Szenen aus der Massentierhaltung gezeigt und da wurde mir schlagartig klar, dass es nicht „nur“ um Fleisch und Wurst geht. Denn ich ernährte mich schon länger vegetarisch. Es ging um die Milchprodukte. Dass auch hierfür den Tieren solch ein Leid zugefügt wird, war mir nicht wirklich bewusst. Dass die lila Kuh auf der grünen Weide nur eine „Illusion“ ist, war schon klar. Doch was da wirklich, Moment für Moment, passiert... Mir wurde bewusst, dass ich mit dem Kauf jeglicher Produkte, in denen tierische Zutaten enthalten sind (und ich liebte Käse und Joghurt) an diesem Leid beteiligt bin. Dass ich diesen Irrsinn sozusagen mit unterstützte. Natürlich unbewusst. Und ja, der Verzicht auf Käse oder ein Frühstücksei fiel anfangs ganz besonders schwer. Eine Information nach der anderen erreichte mich und ich fühlte immer stärker, dass die Entscheidung den veganen Weg einzuschlagen sehr sehr gut war. Nach einiger Zeit stellte ich auch noch fest, dass der Weltvegantag am 1.November ist. "Ui, das ist ja an meinem Geburtstag. Na wenn das kein Zeichen ist", sagte ich mir.

 

Wie es im Leben so ist, fokussiere dich auf etwas und alles kommt was du brauchst. Nicht „nur“ das Ausmaß der Fleischindustrie (allein wie sich das Wort schon anhört) wurde immer klarer, sondern auch, wie unser Körper mit tierischen Produkten zurechtkommt oder auch nicht. Es gibt ja mittlerweile so viele Quellen, die  Informationen darüber geben. Da sollte sich auch jeder auf sein Bauchgefühl verlassen. Mittlerweile bin ich auch mit unserer veganen Erbsentruppe auf Tierrechtsdemos unterwegs und es ist ein super gutes Gefühl den Tieren eine Stimme zu geben mit:

Ich hatte Glück, dass ich als Großstadtkind, Großmütter auf dem Land hatte. Ich mochte ihnen gerne beim Kochen zusehen. Sie hatten relativ wenig, lebten einfach und doch zauberten sie in der Küche wirkliche Köstlichkeiten. Sie mischten einen schmackhaften Semmelknödelteig, rollten ihn in der Hand, bevor er ins siedende Wasser kam. Die Kartoffeln, für die Kartoffelknödel, wurden mit der Hand gerieben, in der „Stoff-Windel“ ausgedrückt und weiter zu Knödeln verarbeitet. Und unsere Großmütter haben nicht nur für zwei oder vier Personen gekocht. Meine Oma mütterlicherseits, machte zum Beispiel Knödel für 10 Personen. Sie hatte sieben Söhne, die allesamt Handwerker waren. Da wurden schon mal 40 Knödel mit den Händen gerollt.

 

Als ich das erste Mal einen Nudelteig bei Trocknen sah, staunte ich nicht schlecht. Er war so dünn ausgerollt, dass er fast durchsichtig war. Und so hing er über der Stange am Holzofen. Oder der Duft von frischem Zwetschgendatschi, Mohnzopf und frisch gekochter Marmelade.

Auch meiner Mutter und meinem Vater verdanke ich das Gen, das gut und gerne kocht. Beide haben auch gern und lecker gekocht. Ich kann mich nicht erinnern, dass mir etwas mal nicht geschmeckt hätte. Im Grunde ist es kein Wunder, dass ich über kurz oder lang einen Großteil meiner Lebenszeit in der Küche verbringe.

Nach zweieinhalb Jahren, als Köchin, im eigenen veganen Bistro-Cafe „Die Leckereienfabrik“, meldete sich einer meiner Herzenswünsche, der unbedingt noch viel von der Welt sehen möchte. Meine Erfahrungen zu erweitern, sowohl kulturell als auch kulinarisch. Und natürlich ließ sich das mit einem eigenen Cafe nicht vereinbaren. Also fiel die Entscheidung das Cafe zu schließen. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Kurze Zeit später wurde mir angeboten, in einem Hotel an der Ostsee als Küchenchefin vegan zu kochen. Da auch viele Fastengruppen mit dabei waren, habe ich viel über basische Ernährung erfahren und gelernt. Anfangs dachte ich mir, dass es etwas langweilig sein könnte, da das Gemüse ja am besten nur dampfgegart wird. Doch in der Praxis stellte es sich anders heraus. Diese Art der Zubereitung begeisterte mich total. Auch hier ist es mir möglich mit unterschiedlichen Gewürzen zu experimentieren und in Kombination mit frischen Kräutern, sind auch hier die reinsten Geschmacksexplosionen möglich. 

Nach einiger Zeit an der Küste, zog es mich wieder weiter und ich landete in Andalusien. Ein wunderschöner Platz, einfach zum SEIN, umgeben von Mango-, Oliven-, Mandel- und Orangenbäumen, etc. und mit Blick auf’s Wasser. Dort verwöhnte ich die Gaumen der Seminarteilnehmer und Gäste sowohl mit pflanzlicher Vollwertkost als auch rein basisch. Es ist so schön zu sehen, wie glücklich uns Menschen eine gesunde Ernährung machen kann. Und es ist ein wirkliches Glücksgefühl sich von dem zu ernähren, was die Natur für uns bereit hält und dies so schonend wie möglich zu zubereiten.

 

Heute bin ich als vegane Nomadenköchin unterwegs, verwöhne Seminarteilnehmer und Gäste, gebe vegane Koch- und Backkurse und biete meine eigenen Seminare an.